Neugeborene

Geschlechtsorgane von Neugeborenen inspizieren
Der Hoden sollte fühlbar zwei Hodensäcke enthalten, solange ein zweiter Sack in der Bauchhölle verbleibt, bleibt das Böckchen auch nach einer Kastration zeugungsfähig! Bei den Weibchen schaut man, dass die Vulva nicht eine vergrösserte Klitoris zeigt und damit auf einen Zwitter deutet.
Die Zitzen sollten zwei sein und in jeder darf nur ein Loch sein. Hier gibt es viele Varianten von Missbildungen, die später, wenn die Milch einschiesst grosse Probleme bescheren – zum Beispiel eine drittes Euter ohne Ausgang. Überzählige Striche müssen beim Melken nicht unbedingt stören, wenn sie denn „blind“ sind. Das stellt sich aber erst heraus, wenn sie Milch produziert. Erst dann kann die überzählige Zitze durch Abbinden zum Abfallen gebracht werden – wenn sie denn leer bleibt. Zicklein mit nicht korrekten Eutern sollte man nicht behalten; sie würden diese Probleme weiter vererben.(Pat Coleby)

 

Neugeborene wiegen
Bei der Geburt sollten die Zicklein einer Milchziegenrasse 2,2 kg mindesten wiegen. Schaffen sie dieses Gewicht nicht, ist die Herde in Gefahr.
Ein Kitz, was nach 20 Minuten nicht ohne Hilfe steht, ist lebensschwach und sollte man nicht aufzupäppeln versuchen, sondern ihm erlauben zu sterben.
Dann informiere man sich über eventuellen Jodmangel in der Herde. Schwächelnde Kitze, mit viel Aufwand grossgezogen, werden erfahrungsgemäss kränkelnde Ziegen, die später beim Ablammen starben.

 

Neugeborene können nicht stehen
Kitze, deren Vorderbeine gekrümmt sind, leiden unter verkürzten Sehnen; hier kann man schnell Abhilfe schaffen.
Neugeborene im Hundesitz > Mangelkrankheiten

 

Kitze frieren
Fährt man mit dem Finger ins Maul und es fühlt sich drinnen kalt an, muss man das Kitz ins Warme nehmen, oder eine Infrarotalmpe installieren.
Ist das nicht möglich, das Kitz einwickeln, Milch mit einem halben TL Brandy verabreichen – so macht das Pat Coleby in Australien – aber damit habe sie unzählige Lämmer und Kitze gerettet.

 

Kastration

Je früher dies geschieht, umso harmloser der Vorgang – am besten gleich am ersten Tag – vorausgesetzt, man kann beide Hodensäckchen greifen, findet Pat Coleby.

Es gibt drei Methoden:

  1. Ein geübter Operateur macht es mit dem Messer; diese Wunde heilt schnell.
  2. Mit dem „unblutigen“ Kastrator werden die Samenstränge geklemmt, aber die Libido bleibt dem Bock erhalten, das ist sinnvoll, wenn man ihn später nutzen will, um Ziegen in Brunst zu bringen – sonst ist das eher lästig.
  3. Mit einer Spezialzange setzt man enge Gummiringe an die Wurzel der Hoden. So trocknen diese aus und fallen nach einigen Wochen ab. Einen Gummiring präzise setzen, erfordert Geschick und am besten 2 Personen.  Man muss nämlich genau kontrollieren, das beide Hodensäcke ausserhalb des Gummiabschnürung gezogen werden. Manchmal wird ein Hodensack vom Gummiring in den Bauchraum zurückgedrückt – so bleibt der Bock zeugungsfähig.
    Wenn ein so Kastrierter am nächsten Tag mit hochgezogenem Bauch herumläuft, wurde ein Hodensack eingeklemmt und es muss unbedingt nachgebessert werden.
    Die Böckchen sollten zuvor eine Spritze gegen Schmerzen erhalten. Als zusätzliches Schmerzmittel empfiehlt sich Arnika C 200, auch beruhigt es und fördert die Wundheilung.

Verboten ist diese Art der Kastration nur, wenn sie ohne Lokalanästhesie durchgeführt wird.
Da diese Lokalanästesie nur ein Tierarzt spritzen darf, wird er sinnvollerweise auch das Gummisetzen kontrollieren.

Comments are closed.