Heilmittel

Heilpflanzen
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Heilpflanzen

 

Auf der  Weide
Eine Ziege kann in der Weide ihre Heilkräuter selbst finden, vorausgesetzt die Wiese ist nicht überdüngt – Stickstoffgaben fördern das Gras, verdrängen aber die Kräuter. Eine Düngung mit altem Stallmist, noch besser Kompost sorgt für die nötige Vielfalt an Kräutern, um Ziegen und Böcke gesund zu erhalten.
Die Weiden aufmerksam zu pflegen (Umtriebsweide, Portionsweide, Nachmähen) und mit Kompost zu düngen, sind Investitionen, die man mit sinkenden  Tierarzt-Kosten verrechnen sollte!

 

Im Garten
Die Heilpflanzen der Wiese lassen sich leicht durch einen grosszügigen Anbau von Rosmarin, Thymian, Wermut, Weinraute, Eberraute, Lavendel, Knoblauch – sie alle wirken antiseptisch – Schnittlauch und Petersilie ergänzen. Diese ernte ich mehrfach und trockne sie in meinem Heizungsraum (also schattig, sauber und trocken). In Papiersäcken warten sie auf ihren Einsatz im Winter.
Statt davon Tees herzustellen, die dann zwangsverabreicht werden müssen, finde ich es sehr entspannt, den Ziegen die getrockneten Blätter der Heilpflanzen vorzulegen.
Ziegen begeistern sich auch für alle Reste aus dem Gemüsegarten: Sellerie, Kohl, Rote Bete, Möhren, Poree  – als Feinschmeckerinnen gieren sie nach Abwechslung.

 

Andorn
oder Mutterkraut, Mariennessel, Berghopfen, weißer Dorant, Helftkraut.
Seit den Griechen als Lungenheilkraut angebaut, das auch bei Blähungen und Leberentzündung hilf.

 

Arnika
Lässt sich als Tinkturen und Salben („Traumeel“) anwenden.Die homöopathischen Globuli wirken schmerzlindern, wenn man sie vor und nach einer Operation verabreicht; auch heilt die Wunde  schneller.
Nach Verletzungen, Hornstössen, Unfällen, Schock oder Trauma: Ein paar Globuli Arnica sollte die erste Handlung sein und zwar in allen Fällen – denn Arnika beruhigt den Patienten auch. Veterinäre verwenden dazu meist die Potenz C 200.

 

Beinwell
mit anderen Namen: Wallwurz, Schwarzwurz, Comfrey, Beinwurz, Bienenkraut, Hasenlaub, Milchwurz, Schadheilwurzel, Schmalwurz, Wundallheil! In feuchten Wiesen wächst es gerne im Schatten, friert aber im Winter ab. Bei Schwellungen, Brüchen und anderen Knochenproblemen als Umschlag anzuwenden. Auch innerlich hilft es: Beinwell enthält Vitamin B12 – was die Heilung fördert. Ziegen finden es schmackhaft und nahrhaft ist es auch.

 

Brennessel
Ziegen fressen die Brennessel, wenn man sie trocknet oder anwelkt. Die Brennnessel enthält Provitamin A, viele Mineralsalze und Eisen. Sie heilt Atemorgane, Harnwege, und Prostata, wirkt schmerzlindernd, entwässernd, entzündungshemmend – womit sie die Böcke gesund erhält!

 

Knoblauch
Wie Zwiebeln enthält auch Knofi Schwefel, er hilft gegen Aussen- und Innenparasiten; vor allem ist er ein natürliches Antibiotikum für den Darm. Knoblauch gibt es eimerweise getrocknet für Pferde. Meine Ziegen fressen ihn, wenn der Knofi in Getreide oder Kleie eingesteut wurde. Allerdings fein dosieren! Knofi in Mengen greift auch die Magenwände an und er könnte den Geschmack der Milch beeinträchtigen. Bärlauchblätter wirken ähnlich (nicht verwechseln mit den ebenso breitblättrigen,  zeitgleichen Maiglöckchen!).
Knoblauch oder Bärlauch kann man zu „Tabletten“ formen mit Hilfe von etwas Mehl und Melasse und so verabreichen.

 

Malve
mit anderen Namen: Käsepappel, Echter Eibisch, Hibiskus, Roseneibisch, Stockrosen.
Pat Coleby hat keine Probleme mehr mit Kokzidien, seit Malven um die Standweide herum wachsen. Laut Kräuter-Verzeichnis wirken die in der Malve enthaltenen Schleimstoffe entzündungshemmend vom Hals, über Magen, bis in den Darm, und in die Brust.

 

Petersilie
Sie enthält viel Eisen und Vitamin A und hilft hervorragend bei Blutarmut, wie auch bei Ödemen.
Pat Coleby: Eine alte Ziege die sich mit hochgeschwollenem Euter kaum mehr rührte und auch jede Nahrung verweigerte, sie bekam einen Korb Petersilie, den sie gierig verputzte. Zwei Stunden später stand sie am Melkstand und verlangte gemolken zu werden – ihr Euter war inzwischen auf normale Grösse geschrumpft und von da an ohne weitere Probleme.
Petersilie kann man günstig kiloweise als Pellets im Internet beziehen.

 

Sauerampfer
Es gibt 130 Arten. Sauerampfer ist eine Vitamin C Bombe, wirkt ausserdem blutreinigend, astringierend, harnstreibend und hilft bei Eiterbeulen, Schwellungen, Fieber etc. schreibt das Kräuter-Lexikon
und weiter liest man dort:

 

Schnittlauch
„Das Juwel unter den Gemüsepflanzen“ nannten die alten Chinesen dieses Heilkraut, es wirkt antibakteriell, harntreibend und blutreinigend und hilft bei Blähungen und Darmentzündungen.

 

Schafgarbe
Das Wort „Garbe“ kommt aus dem Altdeutschen und bedeutet so viel wie „gesund machen“. Den Schafen hilft es gegen Würmer.
Die Hirten nahmen Schafgarbe gegen Verdauungsbeschwerden „Bauchwehkraut“, bei Blutungen und Verwundungen („Soldatenkraut“) oder auch vorbeugend gegen eine Erkältung und es heisst „Schafgarbe im Leib tut wohl jedem Weib“.

 

Spitzwegerich
Hilft bei Atemwegserkrankungen. Seine Glykoside lindern Reizhusten. Spitzwegerich enthält Aucubin, einen antibiotischen Stoff, der bei Entzündungen hilft und Interferon, das die Abwehr gegen Viren in den Luftwegen stärkt. Bei zu viel Stickstoff oder schlechter Pflege verschwindet dieses Heilkraut aus der Ziegenweide.

 

Entwurmer

 

  • Blutwurz
  • Esparsette
  • Rainfarn
  • Beifuss
  • Klette

Auch diese Pflanzen wachsen sich (theoretisch) in einer Wiese; sie gelten als Entwurmer. Detaillierte Informationen dazu auf  www.weiss-die-geiss.de
Weitere Entwurmer finden sich im Garten oder im Gewürzregal:

  • Wermut (englisch Wormwood)
  • Süsskraut (Stevia)
  • Kürbiskerne
  • Thymian
  • Ysop
  • Fenchel
  • Pfefferminze
  • Flohsamen

Ziegen fressen die meisten dieser Kräuter gerne, wenn auch in kleinen Mengen.

 

Hausmittel

 

Apfelessig
Apfelessig ist heilsam in so vielen Anwendungen – das zu beschreiben füllt Bücher! (s. DeForest, Clinton Jarvis)
Naturtrüb (nicht pasteurisiert) und verdünnt mit Wasser ist er für Haut- und Fellpflege zu verwenden. Innerlich reguliert er den pH-Wert, ist Basenbilder. Apfelessig wirkt antibakteriell, hält somit die Tränke frisch. Er liefert viele Spurenelemente und vor allem auch Kalium.
Kaliummangel kann eine Verengung der Blutgefässe zur Folge haben; besonders schlimm ist dies zum Ende der Trächtigkeit, wenn Zervix und Uterus ungenügend durchblutet werden, was zu Dystsokie führt.
Sehr gute Wirkung bei Harnleiterverstopfung bei Böcken.

 

 

Backpulver
Backpulver, Bullrichsalz oder Natron sind Bikarbonate. Ihre heilelnde Wirkung ist in der Alternativ-Medizin bekannt und beruht ganz einfach auf ihrem hohen pH-Wert. Damit kann man Übersäuerungen dämpfen, auch im Lämmer- und Ziegenmagen. Ein halbes Tütchen Backpulver in 50 ml kaltem Wasser gelöst, wird mit dem Drencher der Ziege ins Maul gespritzt, beispielsweise nachdem sie sich an Kraftfutter überfressen hat. Beispiele: Sauglämmer, PansenBreiniere.

 

Hefe
Hefeflocken liefern alle Vitamin Bs – Ziegen mögen sie leider nicht besonders.

 

Ascorbinsäure
Ziegen lieben das saure Zeug und lecken es bei Bedarf löffelweise:
Sehr nützlich als erste Soforthilfe bei einer beginnenden Mastitis zusammen mit Mineral.

 

Erden
Zeolith, oder  die feinen Tonerden Luvoserde, Bentonit haben alle die Eigenschaft, Schadstoffe an sich zu binden und damit den Organismus davon zu befreien. Sie können innerlich und äusserlich angewandt werden. Ziegen naschen mitunter sehr gerne frisches Katzenstreu (nur als reiner Bentonit).

All diese Erden binden den Ammonik-Ausdünstungen im Stallmist, die ja meistens die Ursache für den Husten bei Ziegen sind. Regelmässig in die Einstreu gebracht, kann der Mist schneller zu Kompost werden, und ergibt mit dem darin enthaltenen Gesteinsmhl einen doppelten Nutzen für die damit gedüngte Wiese.

 

Quark
Gut geeignet als Wickel um ein verstauchtes oder gebrochenes Bein.

 

Rotulmenrinde
Dieses Pulver enthält Schleimstoffen, die bei Halsschmerzen, Verstopfung, Vergiftung und Entschlackung helfen, außerdem Bitterstoffe, Gerbstoffe, Vitamine, Kalzium und Magnesium.

Literatur

Franziska Klarer, Elisabeth Stöger, Beat Meier: Jenzerwurz und Chäslichrut – pflanzliche Hausmittel für Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine und Pferde. Bern 2013

Aus Interviews mit Bäuerinnen und Bauern aus dem Graubünden wurde deren traditionelles Wissen aufgeschrieben und von der Fachgruppe Phytopharmazie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften untersucht und bewertet. Sammlung von Rezepten und Anwendungen der tiermedizinisch empfohlenen Hausmittel.

Julitte de Bairacli Levy: Herbal Handbook for Farm and Stable, 1952, vierte Auflage 1991
Sie schrieb es allerdings in Gegenden, wo sich Heilpflanzen noch in Wald und Wiese finden liessen. Ihre Rezepte scheinen mitunter ziemlich unpraktisch.

Mrs. Grievs: A Modern Herbal
Dieses Buch nennt auch Mineralien oder andere Alternativen, die eine bestimmte nicht (mehr) erhältliche Pflanze ersetzen können.

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