Breiniere / Enterotoxämie

Pulpy Kidney, Enterotoxemia, Kid Disentery, Lämmerruhr

Breiniere ist eine Enterotoxämie, eine Schädigung der Eingeweide durch die Toxine der Clostridien – die zu einer „Breiniere“ führt.
Erscheinung: Plötzlicher heftiger Durchfall, Urintest zeigt Zucker an.

Ursache:
Frisst ein Lamm zuviel Kraftfutter (das passiert nicht, wenn Kraftfutter ad libitum verfügbar ist) oder Eiweiss (Klee, Milch) übersäuert der Pansen und die „guten“ Bakterien sterben. Jetzt vermehren sich die Clostridien explosionsartig. Das Gift der Clostridien Typ D frisst sich durch die Eingeweide. Diese Erkrankung trifft naturgemäss die tüchtigsten Fresser.

Behandlung:
Sofort Gegengift und Antibiotika hochdosiert spritzen.
115-170 gr Kohlepulver oder Backpulver kann das Gift neutralisieren – sonst Tod innert Stunden

Prävention:
Mehr attraktive Rauhfaser anbieten, auch Stroh, Holzspähne…
Muttertiere impfen (Covexin10) siehe unten…

 

Impfen

Deshalb impft man heute die Muttertiere 3-6 Wochen vor dem Ablammen; so erhält das Lamm mit dem Colostrum seine erste Impfdosis; das Lamm erhält eine erste eigene Impfung im Alter von 4 Wochen, eine zweite im Alter von 7-10 Wochen. Es folgt eine jährliche Auffrischung jeweils vor dem Ablammen. Viele Ziegenhalter impfen mit Bravoxin 10 oder Covexin 10, das die Ziegen auch gegen Tetanus schützt.

Beim Impfen darf das Tier nicht krank, unterversorgt, erschöpft oder gestresst sein, schreibt Tierarzt Karl-Heinz Kaulfuss in einem Vortrag. Er empfiehlt überdies mehrmaliges Impfen im Jahr bei Hochleistungsherden (wegen entsprechend artfremder Fütterung). Jede Impfung hinterlässt einen Knoten unter der Haut (Abszess) an der Einstichstelle.

 

Pat Coleby gibt zu bedenken:
Die Impfung täuscht Schutz vor – im Ernstfall kann das Kitz trotzdem erkranken. Meist sind Kitze und junge Ziegen betroffen und zwar weil die Erwachsenen bereits eine Immunität entwickelt haben. Ausserdem sei es gefährlich, ältere Ziegen zu impfen, sie können an Anaphylaxis sterben (einer allergische Reaktion), die sehr schnell zum Tod führt – wenn sie schon geimpft waren oder selbst eine Immunität entwickelt hatten.

Erste Anzeichen sind ein jammervoller Zustand und Durchfall. Wird nicht sofort etwas unternommen, kann die Ziege bald ihre Hinterbeine nicht mehr benutzen, und später wird sie ihre Eingeweide in Fetzen verlieren. Schafe sterben schneller.

Als erstes Mittel – bei allen Durchfällen – hat sich dies bewährt: 1dl warmes Speiseöl eine Injektion mit 10 gr. Vitamin C und 1 gr. Vitamin B12 und 2 ml VAM (Vitamine-Aminosäuren-Mineralien bekannt aus dem australischen Pferdesport). Dann 10 gr. (2TL) Ascorbinssäure und ein grosse TL von Dolomit und 1 TL Pulver aus Rotulmenrinde (Ulmus fulva) or marshmallow root powder (Althaea officinalis). Ascorbisäure, Dolomit und Elmpulver alle zwei Stunden erneut geben.

Es gibt ein Antitoxin gegen Enterotoxämie – Pat Coleby hat es bei drei Ziegen angewandt, alle drei haben später missgebildete Kitze geboren, was bei nie zuvor passierte.

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